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| »Wenn morgen die übrige Welt in die
Luft gehen sollte , könnten wir hier glücklich weiterleben und würden kaum einen
Unterschied merken.« sagt John. John Seymour ist Selbstversorger. Und das gar nicht bewusst gewollt. Als er um 1957 in ein kleines Häuschen in England einzog, ahnte er noch nicht, dass dieser Umzug ihn zum Selbstversorgerpionier machen sollte. Doch Jahre später, in den 70er-Jahren wurde John Seymour mit seinen Büchern »Das große Buch vom Leben auf dem Lande« und »Selbstversorgung aus dem Garten« weltberühmt und ein Inbegriff für nachhaltiges Leben. Der Best- und Longsellerautor hatte mit seiner Lebensart einen Nerv getroffen, der zu dieser Zeit viele Menschen schmerzte: Er zeigte, dass man sich der Industriegesellschaft lossagen kann und trotzdem oder gerade deshalb glücklich leben kann. |
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Es begann alles mit einer Kuh. Diese schaffte sich John und seine Frau an, weil sie nicht jeden morgen zwei Kilometer weit bis zum nächsten Bauern laufen wollten, um Milch zu holen. Doch eine Kuh ist für eine (noch) kleine Familie viel zu wenig. Also wurde Käse, Joghurt und Butter gemacht. Die Abfälle, etwa Buttermilch mussten auch verwertet werden. Also wurde noch ein Schwein gekauft, das sich über diese Produkte freute. Federvieh kam auch bald hinzu, so waren Eier auch in Fülle zu haben. Langsam mauserte sich der Ginsterwinkel, die Farm John Seymours zu einem kleinen Hof. Das besondere war, dass es ein intakter Hof war: Es gab keine Monokulturen oder Überproduktionen einzelner Lebensmittel. Die Verhältnisse waren ausgeglichen und so wurde es ein stabiles System. Die Familie Seymour merkte kaum, dass sie immer seltener in den Laden etwas einkaufen fahren mussten, dass sie immer seltener sich in die Konsumgesellschaft versetzen mussten. Sie lebten immer mehr im Einklang mit der Natur. Es wurde so viel genommen, wie sie brauchten, der Rest wurde der Natur überlassen. So lebten sie nicht im Überfluss aber trotzdem sehr gut. Als »Rundumselbstversorger« wurde John Seymour dann weltbekannt, nachdem er nach Wales übergesiedelt war. Bis auf wenige Kleinigkeiten brauchte er nichts mehr zu kaufen. Er stellte alles selber her oder ertauschte es bei Nachbarn und Freunden. So lebte Familie Seymour »nachhaltig«: Es wurde nicht mehr genommen als benötigt und stehts wurde im Einklang mit der Natur gelebt. |
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Heute lebt John Seymour im Süden Irlands auf einem kleinem grünen Fleck. Seine Selbstversorgerfarm hat er seinen Kindern überlassen. In Irland gibt er Selbstversorgerkurse für interessierte Menschen. Diese kommen aus ganz Europa. Doch er hat im hohen Alter sein Leben wieder etwas angepasst: elektrischen Strom hat er wieder. Und auch einkaufen geht er manchmal. Dennoch lebt er noch möglichst nachhaltig. Mit Kuh Polly und Kalb Pathy, zwei Schweinchen, Federvieh und eigenem Ackerland ernährt sich John immernoch von eigenen Produkten. So kann er auch sicher sein, woher seine Lebensmittel kommen und was in ihnen steckt. Er baut sie ja selber an. |
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