Landwirtschaft

Ein für den Umweltschutz sehr wichtiger Faktor ist die Landwirtschaft. Wohl den wenigsten Menschen ist be-wusst, wie ausbeuterisch wir derzeit mit der Mutter Erde umgehen, geht man doch eher der gesunden Ernährung als dem Umweltschutz zuliebe im Naturkostladen einkaufen. Dennoch ist der konventionelle Landbau auf Dauer nicht vertretbar für die Natur. Neben enormer Grundwasserbelastung durch Dünger, Herbizide, Pestizide etc. ist beispielsweise der ökologische Landbau um zwei Drittel weniger energieintensiv als die derzeitig gängige konventionelle Landwirtschaft57. Auch ist in der ökologischen Landwirtschaft durch die naturnähere Bewirtschaftung eine deutlich höhere Artenvielfalt festzustellen, als auf konventionell bewirtschafteter Fläche.
Im Bereich der Tierhaltung kann man oft schon gar nicht mehr von Landwirtschaft sprechen: „Tierfabriken“ könnte man das nennen, was vielerorts zu sehen ist. Riesige Massenpferche mit Tieren, die ihr Leben lang kein einziges Mal Tageslicht zu Gesicht bekommen, auf engstem Raum mit Antibiotika und sonstigen Chemikalien vollgepumpt werden, um dann schnellst möglich weiterverarbeitet zu werden. Neben der Tierquälerei, die hier aufs Massivste stattfindet, hat die Massenfleischproduktion noch weitere Folgen: Rund die Hälfte aller in Deutschland erwirtschafteten pflanzlichen Lebensmittel werden an Tiere weiterverfüttert58, das Soja, das importiert wird und für dessen Anbau Regenwälder gerodet werden, nicht mitgerechnet.
Diese enorme Verschwendung der Lebensmittel hat wiederum zur Folge, dass mehr Lebensmittel produziert werden müssen, da rund die Hälfte nach der Produktion wieder vernichtet werden59, 60. Diese Produktionssteigerung ist ab einem gewissem Grade allerdings nur durch Intensivlandwirtschaft möglich. Gleichzeitig zahlt die EU Gelder dafür, wenn Landstücke brachliegen. Ein grotesker Widerspruch.

Gentechnik: Keine Lösung der Probleme

Auch die Gentechnik mag die Probleme des Welthungers nicht lösen. Das vielfach angewendete Argument, durch Gentechnik würden wir die Probleme in Griff bekommen, ist schlichtweg falsch. Die extrem hohen Kosten und die Abhängigkeit von großen Unternehmen der Nordhalbkugel sind hier neben vielen weiteren Gründen zu nennen. Viel einfacher sind Veränderungen möglich: Für den Sojaanbau wird oft den Menschen in südlichen Ländern die Bewirtschaftungsgrundlage - ihr Land - genommen, damit wir im Norden damit die Tiere füttern können. So sollten die Industrienationen eher etwas bescheidener sein und weniger Fleisch essen.
Im Gegensatz dazu bietet die Gentechnik eine enorme Gefahr, die kein Mensch überschauen kann. So ist die Gentechnik ein enormer Eingriff in die Schöpfung61, bei der wir Gefahr laufen, dass Mutationen entstehen können, die die Menschheit nicht mehr überwachen kann und die so sehr schnell außer Kontrolle geraten können. Ein Rückholen ist schlichtweg nicht mehr möglich.
Die Risikotechnologie Atomkraft hat in eine ähnliche Einbahnstraße geführt: Sie sollte auch die Probleme der Menschheit beheben. Stattdessen hat sie den nächsten 7.000 Generationen massive Probleme beschert. Mit der Gentechnik droht das gleiche. Schon heute ist es so, dass Bauern, die ihre Felder mit Totalherbiziden spritzen (hierbei muss die Kulturpflanze durch gentechnische Veränderung resistent gemacht werden gegen das Herbizid, so dass alle Pflanzen sterben außer der Kulturpflanze) keine Perspektive mehr haben: Die Resistenz wird übertragen auf „Unkraut“, welches dann nicht einmal mehr gegen Totalherbizid resistent ist. Es bleibt nur übrig, umzupflügen und zu hoffen, wie ein jüngstes Beispiel aus der Gegend von Ulm beweist62. Diese „springenden Gene“ könnten also den Traum der heilen „Gen-Welt“ genauso schnell zerplatzen lassen, wie es die Antibiotikaresistenz, beim Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft schon vormachte. Diese immer stärker in Erscheinung tretende Resistenz - es gab schon nachweislich die ersten Toten, die, hätten ihre Körper auf Antibiotika nicht resistent reagiert, ihre Krankheit überlebt hätten,63 wird heute sehr ernst genomen. Durch die immer weitere Verbreitung der Gentechnik laufen die „Springenden Gene“ Gefahr, sich rasant auszubreiten.


Erosion

Die Erde ist schon seit Jahrhunderten eine wichtige Lebensgrundlage. „Mutter Erde“ wird sie darum genannt. Aber von der Muttererde verschwinden jährlich die fünf- bis zehnfache Menge an fruchtbaren Ackerland, als gebildet wird (1-2 Tonne/ha/a)64 Schuld daran ist der Ackerbau, der schon allein aus diesem Grund - die wichtigste Lebensgrundlage entschwindet - nicht zukunftsfähig ist. Hauptgrund der Erosion ist die Intensivlandwirtschaft, die kleine Büsche, Sträucher etc. nicht zulässt. Diese „halten“ den Boden, damit dieser nicht weggeschwemmt oder geweht werden kann.

An unserer konventionellen Landwirtschaft muss sich also dringend etwas ändern.

 

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